Star Wars: Legion – Regel-Update – Vorschau Sichtlinie

Liebe Star Wars: Legion-Community,

Dies ist der erste Sonderartikel aus der Serie der Atomic Mass Transmissions, die in diesem Monat bis zum Ende des Jahres 2022 erscheinen werden. In den nächsten Wochen werfen wir einen Blick auf das Projekt, an dem AMG seit Beginn des Jahres arbeitet. Ein Projekt, das sowohl für neue als auch für alte Legion-Spieler eine neue Ressource darstellt.

Am 16. Januar 2023 wird eine neue Spielanleitung für Star Wars: Legion veröffentlicht (Anm. der Übersetzer: Wir versuchen es zeitgleich auf Deutsch zu veröffentlichen, können dies aber nicht garantieren). „Doch halt!“ hören wir euch sagen, „Legion hat doch schon Regeln, also was ist das Besondere an dieser neuen Spielanleitung?“

Seit Erscheinen des Spiels wurden die Spielregeln von Legion auf 2 Dokumente aufgeteilt: Die Spielregel und das Referenzhandbuch. Es stimmt zwar, dass diese beiden Dokumente alle Informationen enthalten, die die Spielerinnen und Spieler benötigen, um große Schlachten in einer weit, weit entfernten Galaxis auszutragen, aber da das Spiel immer weiter gewachsen ist, ist die ursprüngliche Idee, diese Informationen für neue Spieler aufzuteilen mittlerweile zum Großteil überholt. Stattdessen stellen die aktuellen Regeldokumente für Legion mit dem beträchtlichen Wachstum des Spiels und damit des Referenzhandbuchs eher ein weitaus größeres Hindernis dar. Gerade für neue Spieler ist es schwierig, sich im Referenzhandbuch zurechtzufinden, statt eine lineare und logische Präsentation der Spiel- und Regelkonzepte zu erhalten, die sie durch alle Informationen führt, die sie benötigen, um das Spiel sicher zu erlernen und zu verstehen. Wir haben hart daran gearbeitet, mit der neuen Spielregel ein Dokument zu erschaffen, durch das neue Spielerinnen und Spieler Star Wars: Legion auf eine einfache und intuitive Weise lernen können. Es soll sichergestellt sein, dass sie am Ende alle Grundregeln des Spiels sicher verstanden haben.

Bei der Bearbeitung der neuen Spielregel für Legion hatten wir ebenfalls die Möglichkeit, uns etwas eingehender mit den bisherigen Regelformulierungen zu befassen. Wie bei allen Regelwerken sind Zeit und Erfahrung unglaubliche Lehrmeister und decken oft Bereiche auf, in denen die Regelsprache versagt hat oder unklar ist, wenn es darum geht, euch den Sinn der Regeln näher zu bringen. Einerseits wollten wir ein Regelwerk schreiben, das den Einstieg in das Spiel erheblich erleichtert, andererseits hatten wir hier die einmalige Gelegenheit, wirklich in die Tiefe zu gehen und sicherzustellen, dass alle Regeln so klar und konsistent wie möglich sind. Das wird euch hoffentlich helfen, euch besser an die Regeln zu erinnern, damit ihr während des Spiels seltener zu den Spielregeln greifen müsst.

Ebenfalls hatten wir durch das neue Regelheft die Möglichkeit, bestimmte Regeln noch mal näher anzusehen und solche, die zu erheblicher Verwirrung geführt haben oder die zu vage waren, nochmals anzugehen.

Um es nun ganz klar und deutlich auszudrücken: Dies ist keine Neufassung der Legion-Regeln, die ihr alle kennt und liebt.

Und nun noch einmal, um ganz sicher zu sein: Dies ist keine Neufassung der Legion-Regeln, die ihr alle kennt und liebt.

Stattdessen haben wir die Gelegenheit ergriffen, bestimmte Regeln klarzustellen, sowie bestimmte Mechanismen und Regeln zu aktualisieren, die unserer Meinung nach den Spielspaß auf unbeabsichtigte Weise eingeschränkt haben.

Die erste Aktualisierung, mit der wir uns heute befassen wollen, ist die Sichtlinie und Silhouettenschablonen.

Sowohl die Regeln zur Sichtlinie als auch zu Silhouetten haben wir uns nochmals genauer angesehen, und die Formulierungen aus den Spielregeln und den Turnierregeln aneinander angeglichen. Bisher wurde die Sichtlinie vom Kopf einer Miniatur oder von einem bestimmten Punkt eines Fahrzeugs aus bestimmt und ihr musstet überprüfen, ob 50% ihrer Silhouetten verdeckt wurden. Stellungstruppler und Kreaturen-Truppler hatten zudem Silhouetten, die auf der Miniaturengröße basierten, anstatt Standard-Silhouetten zu verwenden. Wir wollten dies vereinheitlichen und es für euch einfacher bestimmbar machen, was eine Miniatur sehen kann und was nicht. Es gibt nun 2 Standard-Silhouettenschablonen für alle Truppler-Miniaturen. Miniaturen in Einheiten mit kleiner Basis verwenden alle dieselbe Silhouettenschablone. Miniaturen in Einheiten mit Basen mit einer Einkerbung nutzen ebenfalls alle dieselbe (andere) Silhouettenschablone.

Disclaimer

Es folgen einige Vorab-Übersetzungen der aktualisierten Regeln, die noch nicht durch die redaktionelle Prüfung gegangen sind. Insbesondere die Regeln zu den Silhouetten könnten durch unsere Redaktion bis zur Veröffentlichung der neuen Spielregel nochmals überarbeitet werden. Auch das genaue Wording kann sich noch anpassen. Dieser Artikel dient lediglich euer Information.

Sichtlinie 

Die Sichtlinie bestimmt, ob eine Miniatur eine andere Miniatur „sehen“ kann. Ermittelt wird die Sichtlinie aus der tatsächlichen Perspektive der Miniatur. Dazu wird ein Zylinder erstellt, der von der Basis der Miniatur ausgeht. Dieser Zylinder wird Silhouette bzw. Silhouettenschablone genannt. Die Silhouette einer Miniatur umfasst die Basis der Miniatur und alles bis zum höchsten Punkt der Silhouettenschablone. Beim Bestimmen der Sichtlinie zwischen zwei Miniaturen gilt Folgendes: Falls eine nicht versperrte gerade gedachte Linie von einem beliebigen Teil der Silhouette der Miniatur zu einem beliebigen Teil der Silhouette der anderen Miniatur gezogen werden kann, haben diese Miniaturen Sichtlinie zueinander.


Um die Höhe der Silhouette einer Miniatur zu bestimmen, werden folgende Regeln herangezogen:

  • Truppler-Einheiten und alle ihre Untertypen verwenden eine standardisierte Silhouettenschablone zur Bestimmung der Sichtlinie. Die Seite mit der weißen Markierung wird so an die Basis der Miniatur angelegt, dass sie die Basis berührt. Falls nötig, kann die Silhouette um die Basis herumbewegt werden.  Miniaturen in Truppler-Einheiten mit kleiner Basis verwenden die Silhouettenschablone für Truppler auf kleinen Basen. Miniaturen in Truppler-Einheiten auf Basen mit Einkerbung verwenden die Schablone für Truppler-Miniaturen auf Basen mit Einkerbung.

 

Die vermutlich wichtigste Änderung im Bezug auf Sichtlinie und die Verwendung von Silhouetten bezieht sich auf Fahrzeuge. Im jetzigen Regelsetting zur Sichtlinie von Star Wars: Legion gibt es einige seltsame Interaktionen, wie Sichtlinie bei Fahrzeugen bestimmt wird, die alle weder beabsichtigt noch gesund für das von uns allen gewünschte Spielerlebnis sind.

Fahrzeuge haben mit dem neuen Regelwerk  eine Silhouette von der Basis bis zu ihrer Oberseite – Teile wie Waffen, Antennen oder Besatzungsmitglieder sind nicht in der Silhouette enthalten. Diese Änderung stellt sicher, dass ihr euch nicht mehr darum sorgen müsst, dass die Antennen eurer Spinnendroiden es unmöglich machen, versteckt zu bleiben. Es beseitigt auch die Unstimmigkeit, dass man die Silhouette eines Fahrzeugs anpassen kann, indem man dessen Geschütz oder Waffen auf eine bestimmte Weise positioniert.

  • Im Gegensatz zu Trupplern verwenden Fahrzeuge keine Silhouettenschablonen zum Bestimmen der Sichtlinie. Um die Silhouette eines Fahrzeugs zu bestimmen, wird ein Zylinder erstellt, der von der Basis der Miniatur ausgeht und den gesamten Bereich bis zum oberen Ende der Miniatur einschließt. Antennen, Waffen, Besatzungsmitglieder usw. werden bei der Erstellung dieses Zylinders nichts berücksichtigt. Die Spielerinnen und Spieler sollten die Silhouetten ihrer Fahrzeuge vor Spielbeginn ausdiskutieren.

Das neue Sichtlinien-System soll ebenfalls klarstellen, wie die Sichtlinie allgemein gezogen wird, damit dies in jeder Hinsicht konsistent ist. Es spielt keine Rolle, welche Silhouette eine Miniatur hat, die Sichtlinie wird nun von einem beliebigen Punkt der Silhouette des Angreifers zu einem beliebigen Punkt der Silhouette des Verteidigers gezogen.

Schließlich wurden noch die Beziehungen zwischen Silhouette und Deckung revidiert: Eine Einheit hat nun Deckung, wenn die Hälfte oder mehr ihrer Miniaturen verdeckt ist. Es gibt keinen Grund mehr, zu bestimmen, wie viel von einer Silhouette verborgen ist.

  1. Verborgene Miniaturen zählen: Der angreifende Spieler überprüft, ob es eine Sichtlinie von einem beliebigen Teil der Silhouette seines Einheitenführers zu jeder Miniatur in der verteidigenden Einheit gibt. Falls die Sichtlinie zu einem beliebigen Teil der Silhouette der verteidigenden Miniatur durch Gelände versperrt ist (außer das Gelände hat Basiskontakt mit dem Einheitenführer der angreifenden Einheit und ein Teil der Silhouette ist noch sichtbar), ist die verteidigende Miniatur verborgen.
  2. Deckung bestimmen: Ist mindestens die Hälfte der Miniaturen des Verteidigers verborgen, hat die gesamte Einheit Deckung. Die Art der Deckung hängt davon ab, hinter welchem Objekt die verteidigenden Miniaturen verborgen sind. Das Gelände gibt entweder leichte oder starke Deckung, je nachdem worauf ihr euch vor Beginn des Spiels geeinigt habt. Falls einige Miniaturen in der verteidigenden Einheit durch Gelände verborgen sind, das leichte Deckung bietet, und andere in derselben Einheit durch Gelände, das starke Deckung bietet, haben alle Miniaturen in der Einheit starke Deckung, falls mehr als die Hälfte der verborgenen Miniaturen durch Gelände verborgen sind, das starke Deckung bietet. Andernfalls hat die Einheit leichte Deckung.

Es gab bestimmte Nuancen bei der Versperrung von Sichtlinie durch Gelände, die für euch nicht intuitiv waren. Bestimmte Platzierungen von Miniaturen ermöglichten das „Herauspicken“ von schweren Waffen oder bestimmten Charakteren aus Einheiten. Welchen Miniaturen einer Einheit Wunden zugewiesen werden können, wurde geändert. Wunden können nun jeder Miniatur in einer Einheit zugewiesen werden, nicht nur denen, die sich in der Sichtlinie des Angreifers befinden. Allerdings müssen Wunden immer noch zuerst den verwundeten Miniaturen zugewiesen werden. Es gibt also keine Verteilung von Wunden auf mehrere Wookiees! Diese Änderung hebt die heikle Natur von Sichtlinie und Deckung auf und erlaubt es den Spielern, die Miniaturen entspannter zu platzieren.

Außerdem wurden die Regeln angepasst, nach denen bestimmt wird, welche Miniaturen Wunden von einem Angriff erleiden können: Sobald eine Einheit Wunden durch einen Angriff erleidet und der Angreifer nur zu einigen Miniaturen der verteidigenden Einheit Sichtlinie hat, kann die verteidigende Einheit nun nur noch höchstens so viele Wunden erleiden bis zur Gesamt-Wundschwelle der Einheiten, die sich in Sichtlinie befinden.

Und damit kommen wir auch schon zum Ende des ersten Ausblicks auf die kommende Star Wars: Legion-Spielregel.

Schaut auch in den nächsten Tagen und Wochen wieder hier vorbei, wenn wir uns weitere Punkte aus dem neuen Regelheft anschauen.

 

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